Anwendungshinweise Hammerbohren und Meißeln.

Um Verletzungen zu vermeiden und die Lebensdauer der Werkzeuge zu gewährleisten, ist es wichtig, die folgenden Anwendungs- und Sicherheitshinweise zu beachten.

Anwendungshinweise Hammerbohren

Allgemeine Arbeitshinweise

Hammerbohrer sind vorwiegend verwendbar in Beton, Mauerwerk, Naturstein etc. Sie sind nicht geeignet für Materialien wie z. B. Bitumen, Kunststoff, Leim, Klebstoffe und Metall. Der Bohrhammer muss geradlinig und mit kontinuierlichem Vorschub geführt werden. Seitlicher Druck ist zu vermeiden. Nur rundlaufende Werkzeuge verwenden. Bohrer nicht gewaltsam verbiegen. Um ein Ausbrechen um das Bohrloch zu vermeiden, empfiehlt es sich, zusätzlich auf das zu bohrende Material eine Holzplatte aufzuspannen oder das Bohrloch abzukleben.

Bohren mit Längen ≥ 450 mm:
Zur besseren Führung dieser Bohrer auf mindestens 150 mm mit einem Bohrer gleichen Durchmessers vorbohren. Ab einer Lochtiefe von 150 mm sollte regelmäßig gelüftet werden, um das Bohrmehl zu entfernen. Dies ist besonders wichtig, wenn senkrecht nach unten gebohrt wird. Andernfalls besteht die Gefahr eines Bohrmehlstaues und Verklemmen des Bohrers im Bohrloch.

Bohren mit Hohlbohrkrone: 
Beim nach unten Bohren empfiehlt es sich, zuerst leicht anzubohren. Daraufhin mit einem Bohrer ein Loch auf der angebohrten
Einkerbung durch das Material bohren. Somit fließt das Bohrmehl ungehindert durch das Bohrloch ab und erwirkt einen schnelleren
Bohrfortschritt.

Materialspezifische Arbeitshinweise

  • Bohren in Beton bzw. armierten Beton:
    In der Regel ist Beton durch Armierungseisen verstärkt. Beim Armierungsbohren sollte alle 10 bis 20 Sekunden der Bohrer gelüftet werden. Damit wird sichergestellt ob der Bohrer noch in Ordnung ist und viel wichtiger es werden die Stahlspäne abgeführt und der Bohrer findet einen neuen Arbeitspunkt. Dadurch erhöht sich die Abtragsleistung.

    Sollte ein Hammerbohrer beim Armierungsbohren ausfallen, befindet sich im Bohrloch noch Hartmetall, dies kann zum Ausfall eines weiteren Hammerbohrers führen. Deswegen unbedingt mit dem zweiten Bohrerwerkzeug mit geringerer Drehzahl und wenig Anpressdruck starten und vorsichtig weiterbohren

    Bei seitlichen Armierungstreffern und speziell beim Armierungsdurchbruch neigt der Hammerbohrer zum Verklemmen, dies kann zu Hartmetallausbrüchen führen. Deswegen sollte beim Durchbrechen oder wenn der Hammerbohrer anfängt zu klemmen, der Druck auf den Hammerbohrer reduziert und die Leistung der Maschine reduziert werden.

 

  • Bohren in Granit oder auf Armierung:
    Beim Bohren wird eine sehr hohe Wärme im Bohrer erzeugt. Alle Temperaturen von > 400°C führen zu einer Schädigung des Hartmetalls und der Lötung. Dies kann zum Bruch oder Verlust des Hartmetalls führen. Deswegen sollte idealerweise der Bohrer gekühlt werden oder dem Bohrer Zeit gegeben werden um abzukühlen.

     
  • Bohren in glatte Oberflächen:
    Anbohren oder Ankörnen, um ein Verlaufen des Bohrers zu vermeiden. Wir empfehlen die Verwendung unserer Bohrer mit spezieller Zentrierspitze.
  • Bohren in weichen bzw. feuchten Materialien:
    Puff- bzw. Staueffekte sollten vermieden werden. Lüften verhindert einen vorzeitigen Verschleiß des Bohrers. Bohren in Nassbeton führt generell zu erhöhten Ausfällen der Hammerbohrer.

     
  • Bohren in sonstigen harten Materialien:
    Um ein Überhitzen des Bohrers zu vermeiden, sollte das Werkzeug zwischen den einzelnen Bohrungen abgekühlt werden.

     
  • Bohren in Hohllochziegel: 
    Sollten Hohllochziegel mit einem Hammerbohrer gebohrt werden, sollte dies mit Maschinen mit wenig Schlagenergie durchgeführt werden und es sollte mit geringerer Leistung gebohrt werden, dadurch wird ein Ausbrechen der Ziegel verhindert.

     
  • Bohren in glasierte Werkstoffe (Fliesen, Marmor, etc.):
    Das Schlagwerk der Bohrmaschine muss abgeschaltet werden. Wir empfehlen die Verwendung von Bohrern mit geschliffener  positiver Schneidengeometrie.

 

Drehzahlempfehlungen

Bei Bohrhämmern gibt es keine exakten Drehzahlvorgaben, es können lediglich Empfehlungen abgegeben werden. Grundsätzlich gilt: je größer der Bohrhammer, desto niedriger die Drehzahl. Um einen schnellen Bohrfortschritt zu erreichen, empfiehlt es sich mit der höchsten Drehzahl zu bohren, da die Schlagzahl des Bohrhammers in der Regel mit der Drehzahl gekoppelt ist.

Anpressdruck

Um ein Springen der Maschine zu verhindern, sollte beim Anbohren ein hoher Druck auf den Hammerbohrer ausgeübt werden und die Maschine sollte sich in der Schlagposition befinden. Den Anpressdruck der Maschine so wählen, dass die Maschine nicht springt und ruhig arbeiten kann. Die ist bei einem Anpressdruck von 15 kg bis 25 kg gewährleistet. Bei zu wenig Druck springt die Maschine, dadurch wird ein Leerschlag erzeugt. Dieses kann zu einer erhöhten Schlagenergie führen und so kann der Bohrer zerstört werden. Bei zu hohem Druck kann der Bohrhammer nicht richtig arbeiten, dies mindert die Lebensdauer des Bohrhammers und führt zu einer erhöhten Wärmeeinbringung beim Hammerbohren.

Wartung und Instandhaltung 

Vor dem Einsetzen in die Maschine ist das Einsteckende zu säubern und anschließend mit Bohrfett zu schmieren (ca. 0,5–1,0 g). Dies ist insbesondere bei der Erstbenutzung der Werkzeuge zu beachten. So werden eine einwandfreie Funktion der Werkzeugaufnahme und ein minimaler Verschleiß des Aufnahmeschaftes gewährleistet.

Produktspezifische Hinweise

  • D-PLUS / D-MAX Absaugbohrer
    Vor der Montage eines Dübels sollten die Materialrückstände im Bohrloch beseitigt werden, damit der Dübel eine optimale Sicherheit gewährleistet. Alternativ sollte ein Absaugbohrer mit automatischer Bohrlochreinigung verwendet werden (D-PLUS/D-MAX Absaugbohrer). Die empfohlene Einschlagenergie ist abhängig vom Durchmesser. Es wird ein Industriestaubsauger der Klasse M/H ab 1200 W und 40l/s Volumenstrom benötigt. Bitte die ausführliche Bedienungsanleitung beachten.
     
  • DreConnect
    Wartung und Pflege DreConnect: Maschinenaufnahme, Bohrerschäfte und DreConnect Adapter sollten bei starker Verschmutzung mit speziellen Schmier- und Pflegemitteln gereinigt werden. Ausführliche Hinweise hierzu bitte unbedingt in der DreConnect Bedienungsanleitung beachten.
  • Versio Werkzeugsystem
    Bei Versio und Konussystemen ausschließlich Bohrhämmer bis max. 8 kg verwenden.
     
  • UNICut Universal-Lochsägen:
    Mit geringer Drehzahl Anbohren ergibt eine saubere, ausrissfreie Lochkante.

    Empfohlene Maschinenleistung:
    Ø 25 mm – 50 mm: min. 400 Watt
    Ø 58 mm – 105 mm: min. 600 – 800 Watt

Anwendungshinweise Meißeln

Allgemeine Arbeitshinweise

Biegung und Hebeln führen grundsätzlich zu Ausfällen des Meißelwerkzeuges und sollten vermieden werden. Bei Spitz- und Flachmeißeln ist grundsätzlich auch darauf zu achten, dass das Werkzeug nach ca. 3 Sekunden umgesetzt wird, da jeder Flach- und Spitzmeißel zum Verklemmen neigt. Der SDS-plus und der SDS-max Schaft muss gefettet werden, damit sich der Schaft nicht erhitzen kann und dadurch ausfällt.

Materialspezifische Arbeitshinweise

Grundsätzlich kann mit einem Spat- und Flachmeißel auch Armierung durchtrennt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Meißel scharf ist, dass die Armierung fest verankert ist und nicht zu Schwingungen neigt.

Anpressdruck

Um ein Springen der Maschine zu verhindern, sollte beim Anbohren ein hoher Druck auf den Hammerbohrer ausgeübt werden und die Maschine sollte sich in der Schlagposition befinden. Den Anpressdruck der Maschine so wählen, dass die Maschine nicht springt und ruhig arbeiten kann. Dies ist bei einem Anpressdruck von 15 kg bis 25 kg gewährleistet.

Bei zu hohem Druck kann der Bohrhammer nicht richtig arbeiten. Dies mindert die Lebensdauer des Bohrhammers und führt zu einer erhöhten Wärmeeinbringung beim Meißel.

Bei zu wenig Druck springt die Maschine. Dies kann zu Verletzungen führen.

Produktspezifische Hinweise

Unsere Meißel müssen nicht nachgehärtet werden. Das Nachhärten ist grundsätzlich möglich, sollte aber nur von Fachpersonal durchgeführt werden. Dies sollte nur dann vorgenommen werden, wenn der Meißel durch Überlastung seine Härte verloren hat.
Jede Erwärmung, Reibung oder Fehlstelle kann zu einer lokalen Neuaufhärtung oder einer Kerbe führen, die zu einem Ausfall des Meißelwerkzeuges führen kann.

Kontakt

DreBo Werkzeugfabrik GmbH
Telefon: +49 7584-29 00-0

Über uns

Wir ist der weltweit führende Entwickler und OEM- bzw. Private-Label-Hersteller für Gesteinsbohrwerkzeuge und Meißel aus eigener Fertigung „Made in Germany“.

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